Oktober 2016 - bloggern, ja oder nein?

Jein, ich möchte keiner von "denen" sein.

In Bereichen wie der Fotografie, mutiert das Internet mehr denn je zur allwissenden Fotoschule. Blogger mit Followerzahlen im siebenstelligen Bereich spammen uns wöchentlich, täglich oder sogar mehrmals täglich damit zu den heiligen Gral der Fotografie endlich entdeckt zu haben. Man muss es ebne nur gut verpacken, Stichwort: likes. Ich gebe zu auch ich bin diesem Wahn vor einigen Jahren verfallen. Inzwischen hat sich die Freude aber mehr in Entsetzen gewandelt. Gewisse Algorithmen zeigen Euch nämlich nicht mehr das was Euch interessiert oder ihr mögt. Es wird Euch das gezeigt, was in Eurem Umfeld die meisten Reaktionen auslöst. Klar könnte man das ausnutzen aber der Schuh ist mir zu alt.

Ich füttere meine Facebookseite natürlich immernoch mit Fotos, aber das war es dann auch. Ich möchte nicht zwischen geschlachteten Tieren und Candy-Crush-Saga auftauchen. Und noch weniger möchte ich jemand sein, der in Videoblogs unter Atemnot bis spät in der Nacht arbeitet, sein Fans ... oder nennen wir sie Lemminge, jedesmal mit "Hey Leute" begrüßt oder der der immerwieder das Kit-Objektiven auspackt. Kurz und knapp, die Jungs und Mädels k... mich langsam an. Die Beiträge gehen mehr und mehr dem inhaltlichen Nullpunkt entgegen, wiederholen sich oder werben für fünf Meter Feldweg mit Gegenverkehr. Und was alles schief läuft oder nix bringt verraten die gewiss niemandem und das wird einiges sein.

 

Warum sind so wenige Blogs markenbezogen?  Ich behaupte, aufgrund der größeren Werbefläche. Und ich gehe noch einen Schritt weiter, wer sich nicht auf ein Werkzeug festlegen kann mit welchem er am liebsten oder gerne fotografiert, hat noch nie wirklich fotografiert. Natürlich ist es egal, da sich gleichwertige Kameras gegenseitig nicht die Butter vom Brot stehlen. Und auch ein Kitobjektiv an einer Einstigerkamera kann tolle Bilder liefern. Aber es ist nunmal so, im Ferrari heult es sich angenehmer als auf dem Fahrrad.

 

Warum blogger ich denn jetzt überhaupt? Es kann so nicht weitergehen, die Facebook-Community verblödet und wirklich guter Ersatz ist nicht in Sicht. Ich möchte herausfinden wie die Resonanz auf einen Blog ist der nicht ausschließlich auf Facebook stattfindet.